Modifikationen am FT-290RII

In unserem OV N29 wird viel auf den GHz-Bändern gefunkt. Zwar bin ich selbst (bislang) nicht im Besitz eines Transverters für 10 oder 24 GHz, aber in unserem OV gibt es, auch bedingt durch die 10 GHz-Bastelgruppe, einige Geräte, von denen ich mir sicherlich mal eines ausleihen darf.

Die Transverter werden in der Regel von einen Transceiver mit einer ZF auf dem 2m-Band in der Betriebsart SSB betrieben. Hier sind als „Steuergeräte“ insbesondere der ICOM IC202 und der FT-290 zu nennen. Beide Typen sind schon sehr alt (ca. 40 bzw. 20 Jahre) werden aber auf den einschlägigen Portalen noch zu sehr ambitionierten Preisen gehandelt.

Die von mir beobachteten vollständigen FT-290RII gingen zu Preisen von ca. 250 Euro weg, wahrscheinlich weil sie in der SHF-Szene so beliebt sind. Schließlich fand ich ein funktionsfähiges Gerät, allerdings ohne Mikrofon und Batteriefach/Endstufe für 111 Euro. Batteriefach oder Endstufe wären sowieso nicht erforderlich und ein Mikrofon fand sich noch im OV-Heim.


Abbildung 1: FT-290RII


Abbildung 2: Typenschild

Da durch das fehlende Batteriefach kein Versorgungsspannungsanschluss vorhanden ist,
wurde eine Anschlussleitung mit 4mm-Bananensteckern direkt an die Federkontakte angelötet.
Einen Moment hatte ich nicht aufgepasst und die Anschlussleitung verpolt angeschlossen.
Ich hatte Glück, dass die Strombegrenzung des Labornetzteils eingriff, denn im verpolten Zustand
hat das Gerät eine sehr hohe Stromaufnahme (Diode antiparallel zur Versorgungsspannung?).
Glücklicherweise ist nichts abgeraucht.
Zur Sicherheit wurde direkt noch eine Flachstecksicherung bzw. der dazugehörige
Sicherungshalter in die Anschlussleitung eingebaut.


Abbildung 3: An Federkontakte angelötete Anschlussleitung


Abbildung 4: Sicherungshalter in Anschlussleitung

Als Mikrofon war noch ein YM-47, vermutlich von einem FT-290R, mit einem 7 poligen Stecker
vorhanden. Das FT-290RII benötigt jedoch einen 8 poligen Stecker.
Deshalb wurde ein 8-poliger Stecker gemäß der in der folgenden Tabelle beschriebenen
Beschaltung angelötet.


Abbildung 5: geöffnetes Mikrofon FT-290RII

Der PTT-Taster hatte leichte Aussetzer, die aber mit „Tuner 600“ von „KONTAKT-CHEMIE“
behoben werden konnten.

Um die Transverter zwischen Empfang und Senden umzuschalten, besteht neben einem PTTAnschluss
am Transverter die Möglichkeit diesen über eine Gleichspannung von +3V bis +12V auf
dem Innenleiter des ZF-Kabels umzuschalten.
Während bei dem alten Modell YAESU FT-290R die Umschaltsteuerung schon eingebaut war,
muss sie bei dem FT-290RII noch nachgerüstet werden. (vgl. [1]).
Über [1] bin ich auf den Umbauvorschlag von G4DDK unter [2] gestoßen.

Gemäß dieser Anleitung wird zunächst die obere Abdeckung durch Lösen von vier Schrauben
abgenommen. Die Lautsprecherleitung kann auf der Leiterplatte abgezogen werden.
Auf der Rückwand befindet sich eine kleine Leiterplatte.
Links auf dieser Leiterplatte befinden sich drei Lötpads, auf denen von oben nach unten eine
orangene (mit Ferritperle), eine rote und eine braune Litze angelötet sind.
Uns interessiert das mittlere Pad mit der roten Litze, das mit „RLY TXB“ gekennzeichnet ist.
(vgl. [2])

Wenn man das Gerät einschaltet und die PTT drückt, kann man hieran auch eine Spannung von
ca. 12V messen. An dieses Pad wird eine zusätzliche Litze angelötet. In meinem Fall habe ich
eine violette Litze gewählt.


Abbildung 6: Kleine Leiterplatte an der Rückwand

Nun wendet man sich der BNC-Buchse in der Frontplatte zu.
Die „PTT-Spannung“, die an der kleinen Platine abgegriffen wurde, muss gemäß G4DDK
hochohmig über einen 4k7 bis 8k2-Widerstand mit dem Innenleiter der BNC-Buchse verbunden
werden. (vgl. [2])

Die Abbildung 7 zeigt die Anbindung an den Innenleiter der BNC-Buchse, wobei sich der
konservativ gewählte 8k2-Widerstand unter dem Schrumpfschlauch verbirgt.


Abbildung 7: Widerstand unter Schrumpfschlauch an Innenleiter der BNC-Buchse

Anschließend wird das Gerät in umgekehrter Reihenfolge wieder zusammengebaut.
Beim Test am Transverter während eines Technikabends funktionierte die Sende-/Empfangsumschaltung auf Anhieb.

Quellen und Links:

[1] Kuhne electronic GmbH, DB6NT, Sende-Empfangsumschaltung der DB6NT-Transverter, Seite 7
http://www.ari.verona.it/documenti/transverter/handbook10ghz.pdf

[2] G4DDK: „Modifying the FT290R2 to emulate the Mk1 transmit/receive facility for transverter
switching“
http://www.g4ddk.com/FT290R2.html