Heimatkunde vs. Technik – Deutschlandfunk auf 549 kHz

Ein Beitrag seit Oktober 2010.

Mein Heimatort Nordkirchen ist hauptsächlich für das „Westfälische Versailles“, das Schloss Nordkirchen, in dem die Fachhochschule für Finanzen untergebracht ist, bekannt.

Aus meiner Sicht gibt es jedoch ein weiteres beeindruckendes Bauwerk :-),
das mit geeigneten Mitteln auch aus der Ferne wahrgenommen werden kann,
von den meisten Nordkirchenern jedoch gar nicht mehr beachtet wird.

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Ansicht aus Richtung Osten

DLF549_Abbildung_03Ansicht aus Richtung Westen (Ermen)

Die Rede ist von dem Mittelwellensender Nordkirchen [3],
der das Programm des Deutschlandfunks [2] auf der Mittelwellenfrequenz 549 kHz ausgestrahlt.

Mittelwellensender werden vorwiegend zur Versorgung eines lokal begrenzten Gebietes durch Bodenwellen verwendet.
Dabei kann mit leistungsstarken Sendern am Tag ein Gebiet bis 200km Entfernung abgedeckt werden.
Nachts kann ein Empfang mit verminderter Qualität in bis zu 1500 km Entfernung möglich sein.
Dies ist durch die Ausbreitung von Raumwellen möglich.

Die Sendeanlage befindet sich in der Nordkirchener Bauerschaft „Piekenbrock“ auf der Position 51°45’18.57″N, 7°32’18.44″E.
Der „Nord-Ost-Mast“ befindet sich genau auf der Postion 51°45’19.50″N , 7°32’21.55″E; der „Süd-West-Mast“ befindet sich auf der Position 51°45’17.18″N, 7°32’15.39″E und das Betriebsgebäude befindet sich auf der Positon 51°45’23.24″N, 7°32’26.90″E.

Weil mich die Anlage interessiert, habe ich mich sonntags mal auf mein Fahrrad geschwungen und bin hingefahren.

Die Zufahrt kann entweder aus Richtung Osten über einen Feldweg erfolgen
oder man fährt aus Richtung Norden von der K2 durch den Wald auf die Anlage zu.

DLF549_Abbildung_04Schilder warnen Menschen mit Herzschrittmacher vor dem Betreten des Geländes aufgrund der HF-Strahlung

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Schilder am Eingangstor zum Betriebsgebäude

Die Sendeanlage wird mittlerweile von der MEDIA BROADCAST GmbH betrieben.
Vorher wurde sie von der Deutschen Telekom AG und davor von der Deutschen Bundespost betrieben.

„Die Media Broadcast GmbH mit Sitz ist Bonn ist der größte deutsche Dienstleister für Bild- und Tonübertragungen.
Sie ging aus der T-Systems Media&Broadcast GmbH hervor, die im Januar 2008 von der Deutschen Telekom
an die französische TDF-Gruppe verkauft wurde.“ [16]

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Das Betriebsgebäude ist umzäunt und von einer wilden Hecke umgeben

Das oben stehende Foto des eigentlichen Senders kursiert im Internet. Quelle: http://www.waniewski.de/MW/Nordkirchen/117151bd0.jpg

Die zwei großen Satellitenspiegel lassen darauf schließen,
wie das ausgestrahlte Programm nach Nordkirchen kommt.

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Bei zwei Satellitenspiegeln ist davon auszugehen,
dass das Programm des DLF über zwei unabhängige Satellitenkanäle empfangen wird, so dass bei einem evtl. Ausfall des einen Kanals noch der andere Kanal zur Verfügung steht.
Die Spiegel können im Winter beheizt werden, damit sich kein Schnee absetzen kann und den Empfang behindert.

Es ist davon auszugehen, dass das Signal vor dem Einzug der Satellitentechnik über das Rundfunknetz der Deutschen Post aus der DLF-Sendeanstalt in Köln nach Nordkirchen transportiert wurde. [17]

Hierzu diente eine sogn. 7,5 kHz-Leitung [22].
Hierbei handelte es sich um eine analoge Audioleitung mit einer Audiofrequenzbandbreite von nur 7,5 kHz die für die Übertragung zwischen der Rundfunkanstalt des DLF in Köln und dem Sender in Nordkirchen verwendet wurde.
Praktisch liegt eine Leitung vom Sender bis zur Telefon-Ortsvermittlung in Nordkirchen und war dort über höherwertige Systeme als Standleitung nach Köln geschaltet.
Parallel zu der Sendeleitung gab es auch Kommandoleitungen.

Die Anlage besteht aus zwei 99,5 m hohen Stahlgittermasten.
Im Bild: Der „Nord-Ost-Mast“

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Die Masten sind jeweils mit sechs Stahlseilen abgespannt.
Davon sind je drei auf zwei verschiedenen Höhen angebracht.

DLF549_Abbildung_13

Beide Masten scheinen äußerlich gleich aufgebaut.
Die Fundamente der Masten sind mit einem Holzlattenzaun eingezäunt.

DLF549_Abbildung_14

Im Gegensatz zu einem Drahtzaun hat der Holzlattenzaun den Vorteil, dass sich keine gefährlichen Spannungen im Zaun indzuieren können.
Hier finden sich noch einmal entsprechende Hinweisschilder.

DLF549_Abbildung_15

Unten an jedem der zwei Masten befindet sich ein Häuschen, ungefähr in der Größe einer Garage, welches das Abstimmmittel beherbergt.
Über das spiralförmige Rohr (links im Bild) wird das HF-Signal auf den Mast geleitet.

DLF549_Abbildung_16

Die Spiralform dient nicht zur mechanischen Entkopplung, wie ich zunächst annahm.
Es handelt sich um einen sogn. Blitzschutzspule, auch „Schweineschwanz“ genannt, deren genaue Funktion unter [27] http://www.waniewski.de/MW/Vigra/id296.htm folgendermaßen beschrieben ist:
„Die Blitzschutzspule verhindert, dass ein Blitz, der in den Mast einschlägt, nicht in das Antennen- Abstimmmittel gelangt. Das Prinzip ist auf der Zeichnung rechts zu sehen. Vor und hinter der Blitzschutzspule befindet sich eine Funkenstrecke. Im Fall, dass ein schneller Blitzstrom vom Mast in Richtung Antennenhaus fließt, baut sich durch die Blitzschutzspule eine zusätzliche Spannung auf u = – L di/dt auf. Die Spannung an der Funkenstrecke F1 wird so groß, dass diese zündet und der Blitzstrom über sie abfließt.
Die zweite Funkenstrecke F2 wird deutlich kleiner als F1 eingestellt, um überhöhte Restspannungen zum Überschlagen zu bringen.“

Quelle: http://www.waniewski.de/MW/Vigra/id296.htm

Der Blitzstrom, der durch die Spule Richtung Antennenhaus fließt, induziert eine Spannung, die der Ursache entgegengesetzt ist.
Die induziert Spannung ist vermutlich nicht allzu gering, da dt sehr klein und dadurch di/dt groß ist.
Dadurch wird sich die induzierte Spannung zu der Spannung addieren, die durch den Blitz am Mast gegen Erde ansteht und somit den Überschlag an der Funkenstrecke F1 begünstigen.

Die folgende Abbildung zeigt die Antennenanpassung:

Quelle: http://www.waniewski.de/MW/Nordkirchen/id538.htm

DLF549_Abbildung_19 DLF549_Abbildung_20

Laut Wikipedia sind beide Masten gegen Erde isoliert.
Die Masten stehen auf Porzellan-Isolatoren,
die den Mast gegen die Erde isolieren.

DLF549_Abbildung_21

So ganz stimmt der Wikipedia Eintrag dann jedoch nicht, da der Mast über eine Spule im Abstimmhaus geerdet ist.
Das bedeutet gleichspannungs-technisch ist der Mast geerdet.
Für hohe Frequenzen, wie die 549 kHz, ist der Mast aber quasi gegen Erde isoliert.

Unten rechts am Fußpunkt des Mastes ist einen Funkenstrecke angebracht, damit bei einem Blitzeinschlag der Strom zur Erde abgeleitet wird.

Durch die rot/weiße Markierung sind die Masten
auch aus der Ferne gut zu erkennen.

DLF549_Abbildung_22

Der Weg zu beiden Sendemasten ist sogar mit
Straßenlaternen beleuchtet.
Hierdurch ist direkt erkennbar, dass die Anlage in Betrieb ist.

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Rechts ist der „Süd-West-Mast“ zu erkennen.

DLF549_Abbildung_24

Der Mittelwellensender Nordkirchen wurde 1980 in Betrieb genommen (Quelle: [3]).
Bei der Frequenzplanung des Genfer Wellenplans, der am 23. November 1978 in Kraft trat,
wurde die bisherige Gleichwelle 548 kHz des Deutschlandfunks leicht auf 549 kHz erhöht.
Der Senderstandort in Nordkirchen wurde zu dieser Zeit neu koordiniert (Quelle: [5]).

Anfangs wurde die Sendeanlage, aufgrund ihrer Lage zwischen Recklinghausen und Münster,
im Genfer Wellenplan „Recklinghausen“ genannt.
Teilweise wird auch der Name „Münster-Nordkirchen“ verwendet.

Die Mittelwellensender Nordkirchen und Thurnau senden im Gleichwellenbetrieb [14].
Damit ist gemeint, dass beide Rundfunksender auf der gleichen Frequenz senden.
Die Frequenzen beider o.g. Stationen müssen phasenstarr miteinander synchronisiert sein,
um Verzerrungen in den Gebieten, in denen die Signale beider Stationen empfangen werden können, zu vermeiden.
Dass beide Stationen zudem das gleiche Programm senden müssen ist selbstverständlich.

Die Synchronisierung erfolgt mittels GPS.
Das folgende Bild zeigt die GPS-Antenne am Sendergebäude.

DLF549_Abbildung_25

Eine Synchronisierung anhand des Zeitnormals des DCF77-Senders wäre auch möglich.

Im Mittelwellenrundfunk wird der Schallbereich von 30 Hz bis 4500 Hz übertragen.
Dieses führt zu dem bekannten höhenarmen und dunklen Klang [23] .
Im Vergleich dazu:
Das menschliche Ohr kann im besten Fall Klänge von 18Hz bis 20kHz wahrnehmen.
Beim Telefon umfasst der Schallbereich 300 Hz bis 3,4 kHz, bei einer CD-Widergabe 0 bis über 20 kHz.

Der Sender für das Programm des DLF hat eine Leistung von 2x 50 kW.
Wie auch auf obigem Bild zu sehen ist, kommen scheinbar Sender der TRANSRADIO SenderSystemeBerlin [15],
ehemalige TELEFUNKEN SenderSysteme Berlin AG, zum Einsatz.

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(Fotos: TRANSRADIO SenderSysteme Berlin AG, Wolfgang Korall)

Das HF-Signal wird mit dickem Koax-Kabel vom Sender zum Mast geleitet.
Der Innenleiter wird durch Kunststoffabstandhalter in der Mitte des Kabels gehalten.

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Innerhalb des Gebäudes ist das „Koax-Kabel“als Rohr ausgeführt.

DLF549_Abbildung_28

Die Antennenanlage besteht aus zwei gegen Erde isolierten, 99,5 Meter hohen selbstrahlenden Sendemasten.
Informationen zu selbststrahlenden Sendemasten findet man auch unter [24].

Laut Herrn Waniewski [4] ist eine Besonderheit der Maste, „dass sich in den Pardunen jeweils nur ein Isolator befindet.
Damit ergibt sich nicht nur eine große Dachkapazität, sondern auch der Vorteil, dass die Antenne vollständig statisch geerdet ist.
Damit ist die Antenne auch bei Gewittersituationen betriebssicher. “ (Quelle: [4])

Normalerweise müssten die Masten bei einer optimalen Länge von Lambda/4 ca. 136 m hoch sein.
Berechnung:
f = 549*10^3 Hz; Lichtgeschwindigkeit in Bodennaher Luft: c = ca. 299710*10^3 m/s
daraus folgt die Wellenlänge: Lambda=c/f (=) Lambda = 545,92m
Lambda/4 = 136,48m
Um dennoch die gewünschten elektrischen Eigenschaften zu erreichen, werden an der Spitze der Antenne Drähte bzw. Stahlseile als Dachkapazität gespannt. Diese Leiter bewirken eine Kapazität gegen Erde.
„Zur Verringerung der Erdverluste wird in die Erde um den Antennenfußpunkt herum ein strahlenförmiges Netz aus Drähten eingegraben.
Durch die geeignete Wahl der Dachkapazität wird die Höhe der Antenne um einen Wert lc elektrisch verlängert.“ [18]

Die Dachkapzität wird von den Stahlseilen gebildet, die den Mast auch abspannen.
Weil diese Seile mit dem strahlenden Mast verbunden sind, müssen sie ebenfalls von der Erde bzw. den Fundamenten der Spannseile isoliert sein.
Dazu dienen Isolatoren innerhalb der Spannseile (bei Sendemasten heißen die Abspannseile „Pardune“ [26]):

DLF549_Abbildung_29

So sieht ein Isolator aus, der sich in den Spannseilen befindet.

DLF549_Abbildung_30

Das Netz aus vermutlich verzinkten Stahlbändern liegt unterirdisch und ist nicht zu erkennen.
Die Stahlbänder liegen strahlenförmig um die Masten und laufen am Antennenfußpunkt zusammen.

Doch warum sind die Masten verkürzt?
Man sollte doch meinen, dass es bei einer Höhe von ca. 100 m auf weitere 36 m nicht mehr ankommt?
Denkbar ist, dass so eine Flugsicherheitsbefeuerung [25] gespart werden konnte.
Informationen zum Anschluss der für den Betrieb einer Flugsicherungsbefeuerung notwendig ist, findet man unter [24] und [25].

Der Sender bietet die Möglichkeit ein Rund- oder ein Richtdiagramm zu erzeugen (Quelle: [4]).
Bei dem Richtdiagramm wird das Signal durchgängig in Richtung 200°-270° ausgeblendet (Quelle: [3]).
In der Regel wird der Sender mit Richtdiagramm verwendet.
Bei Wartungsarbeiten, die das Abschalten eines Senders erfordern, kann mit einem Mast nur ein Runddiagramm erezugt werden.
Hier muss ggf. die Leistung reduziert werden, damit andere Sender, die in der Richtung, in der das Signal bei dem Richtdiagramm ausgeblendet wird liegen, nicht gestört werden.
Das Richtdiagramm wird durch einen bestimmten Abstand der Sendemasten und eine Phasenverschiebung beider Sender erreicht.
Bei ca. 230° hat es eine Abschwächung von 3-4 dB.

Nach Überprüfung aller Mittelwellensendanlagen aus der Liste bekannter Sendeanlagen bei Wikipedia [9],
die von Nordkirchen aus in Richtung 200°-270° liegen, d.h. in NRW, Belgien und den Niederlanden,
bin ich zu dem Ergebnis gekommen,
dass hier das Signal hauptsächlich wegen der beiden Belgischen Mittelwellensender Wavre (621 kHZ) und Overijse (540 kHz, ist der noch ON-AIR?) ausgeblendet wird.

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Bild wurde erstellt mit Google-Earth – http://www.google.de/intl/de/earth/index.html

DLF549_Abbildung_32
Bild wurde erstellt mit Google-Earth – http://www.google.de/intl/de/earth/index.html

Die rote Linie stellt die Luftlinie Nordkirchen-Overijse, die grüne Linie die Luftlinie Nordkirchen-Wavre dar.
Die blauen Linien markieren den Bereich zwischen 200° und 210″.
Wahrscheinlich müsste bei o.g. Betrachtung noch ein Verzerrung aufgrund der Tatsache, dass die Erde eine Kugel ist, berücksichtigt werden.
Aber für diese relativ geringe Entfernung dürfte die Verzerrung auch nicht allzuviel ausmachen.

DRM:

Die Station in Nordkirchen gehört zu den wenigen in Deutschland, die in der Lage sind, digitale Sendungen (drm) auszustrahlen.
Dafür wurden die Abstimmmittel umgebaut, um die Bandbreite des Systems zu verbessern.
Weitere Informationen hierzu findet man auf den Seiten von Herrn Waniewski [4].

Historie:

Am 5. Juli 2005 strahlte der Deutschlandfunk erste DRM-Tests auf der Mittelwelle Nordkirchen 549 kHz aus.
Als Text message wurde ausgestrahlt: “Telefunken SenderSysteme AG Berlin – DRM Competence” (Quelle: [5]).

In dem Zeitraum vom 6. Dezember 2004 bis zum 15. Mai 2008 wurde das Programm Truckradio auf 855kHz mit einer Leistung von 5kW aus Nordkirchen ausgestrahlt.
Das Sendesignal dazu wurde mit einem zusätzlichen Sender erzeugt und über ein gesondertes Abstimmwerk auf den Nord-Ost-Mast eingekoppelt.

Verborgen hinter dem Zaun steht ein Truck mit einem ausklappb- bzw. ausfahrbaren Stahlgittermast.
Dieser Truck trägt das Logo der Media Broadcast GmbH und wird hier scheinbar geparkt.
Vorstellbar ist, dass der Mast z.B. für den Aufbau von Richtfunkstrecken an anderen Einsatzorten dient.

DLF549_Abbildung_33

Zur tiefergehenden Betrachtung der Antennentechnik seien Links [19] und [20] empfohlen.

Wer selber Hörfunk produziert und ausstrahlen möchte, findet unter [21] eine Liste freier MW-Sender und eine zugehörige Preisliste :-).

Update 26.05.2014 – Perspektiven

„Nach einem Beschluss der Europäischen Kommission sollte der analoge Rundfunk und damit die Mittelwelle bis Anfang 2012 in allen Mitgliedstaaten abgeschaltet werden.
Dennoch senden auch nach 2012 eine Reihe analoger Sender weiter, da für den technischen Nachfolger DRM bis heute (Stand 2012) neben Empfangslösungen unter Verwendung eines PCs nur ganz wenige tragbare Empfänger verfügbar sind, die jedoch unhandlich sind und einen vergleichsweise hohen Stromverbrauch haben.
Zudem ist (noch) keine ausreichende DRM-Sender-Infrastruktur vorhanden (siehe dazu analoger „switch-off“).
In Deutschland laufen die Frequenzzuteilungen für den AM-Rundfunk allerdings bis zum 31. Dezember 2015.“
(Quelle: [28])

Der Mittelwellensender Nordkirchen sendet im Moment noch nach wie vor analog weiter.

Ein bemerkenswerter Artikel unter [29] lässt jedoch vermuten, dass auch der Mittelwellensender Nordkirchen, je nach Vertragslage voraussichtlich zwischen 2014 und 2016 abgeschaltet wird. Dort wird zusätzlich bemerkt:
„Besonders bemerkenswert ist die Abschaltung der Mittel- und Langwellensender des Deutschlandradios, die in den vergangenen Jahren mit neuer Technik der Firma Transradio (ehemals Telefunken) ausgestattet wurden. Dies geschah mit dem Hintergedanken einer späteren Umstellung auf das digitale Modulationsverfahren DRM (Digital Radio Mondiale), dass sich jedoch u.a. aufgrund technischer Mängel nicht durchsetzen konnte, da es tatsächlich störungsfrei nur im Nahbereich um die Sendetürme funktionierte.“
(Quelle: [29])

Die Entwicklung in diesem Bereich bleibt auf jeden Fall spannend.

Update 29.12.2015 – Bevorstehende Abschaltung

Nun ist es leider so weit:
Seit Ende November/Anfang Dezember wird folgende Ansage kurz vor jeder vollen Stunde durchgegeben.

„Deutschlandfunk – Die Ausstrahlung unseres Programms auf dieser Frequenz endet am 31. Dezember.
Deutschlandfunk können Sie über UKW, Kabel, Digitalradio und im Internet hören.
Frequenz- und Programminformationen finden Sie im Videotext von ARD und ZDF, sowie im Internet unter digitalradio.de und deutschlandradio.de.“

Diese Information wird ausschließlich für die Mittelwelle in das Programm geschnitten und dem/den Mittelwellensender(n) zugeführt.
Die Links [30] bis [32] beschäftigen sich ebenfalls mit der Abschaltung der Mittelwelle.

Ich werde die Zukunft der Anlage weiterhin gespannt beobachten.

Update 01.01.2016 – Abschaltung am Silvesterabend, den 31.12.2015

Als Fan des Nordkirchener Mittelwellensenders kam ich natürlich nicht drum herum, ein Mittelwellenradio mit zur Silvesterparty zu nehmen.
Ich habe es um ca. 23:45 eingeschaltet. Zu diesem Zeitpunkt wurde eine aus meiner Sicht „fürchterliche“ synthetische Melodie gesendet.
Um ca. 23:50 oder 23:51 wurde der Sender dann abgeschaltet: Schweigen.
Schade, dass der Deutschlandfunk sich in seinem Programm nicht von seinen Mittelwellenhörern verabschiedet oder ein spezielles Feature gesendet hat.

Update 13.04.2016 – Neuer Weblink

Am 09.04.2016 wurde die Sendeanlage von einer Gruppe von Funkamateuren besichtigt.
Bilder davon findet man unter dem Link [33].

Update 05.05.2016 – Feature zur Abschaltung / Pausenzeichen des DLF

Mittlerweile habe ich erfahren, dass es doch ein spezielles Programm zur Abschaltung der Mittelwelle gab.
Dieses lief jedoch schon in den frühen Abendstunden und ich habe es schlicht verpasst.
Bei der von mir genannten „synthetischen Melodie“ handelt es sich um das Pausenzeichen des DLF.
Ein Pausenzeichen ist ein akustisches Signal zwischen zwei Hörfunksendungen, das die Unterbrechung überbrücken soll und auch der Sendererkennung dient.

Update 05.09.2016 – Die Sendemasten aus der Vogelperspektive

Bei einem Hubschrauber-Rundflug am 27.08.2016 konnten die Sendemasten auch aus der Vogelperspektive fotografiert werden.

DLF549_Abbildung_38

Weblinks und Quellenangaben:

[1]
Wikipedia – Deutschlandfunk
http://de.wikipedia.org/wiki/Deutschlandfunk

[2]
Website des Deutschlandfunk
http://www.dradio.de/dlf

[3Wikipedia – Mittelwellensender Nordkirchen
http://de.wikipedia.org/wiki/Mittelwellensender_Nordkirchen

[4]
http://www.waniewski.de – Nordkirchen
http://www.waniewski.de/MW/Nordkirchen/index.htm

[5]
http://www.biener-media.de
http://www.biener-media.de/0549-NW.html

[6]
http://www.elo-web.de
http://www.elo-web.de/elo/radio-roehrentechnik/retro-radio/mittelwellensender-nordkirchen#
Leider nur nach vorheriger Anmeldung zu lesen

[7]
You Tube – Video
http://www.youtube.com/watch?v=kgGEf8BtgM8

[8]
Wikipedia – Liste von Sendeanlagen in NRW
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Sendeanlagen_in_Nordrhein-Westfalen

[9]
Wikipedia – Liste von Sendeanlagen
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_bekannter_Sendeanlagen

[10]

Willkommen auf www.senderfotos.de


http://www.senderfotos.de/

[11]
http://www.infosat.de – DRM-Tests aus Nordkirchen
http://www.infosat.de/Meldungen/?msgID=15996
29.05.11: Der Link funktioniert nicht mehr!

[12]
http://liebl-net.dtdns.net – Erfahrungsbericht zum Franzis-Retroradio und die Probleme mit dem Nordkirchener Sender
http://liebl-net.dtdns.net/hard/retro-radio/retro-radio.php

[13]
Geocach in der Nähe der Sender (auf http://www.geocaching.com)
http://www.geocaching.com/seek/cache_details.aspx?guid=32d7238a-7d66-4bab-934f-df8a8d48beb8
29.05.11: Der Cache wurde deaktiviert!

[14]
Wikipedia – Gleichwellenbetrieb
http://de.wikipedia.org/wiki/Gleichwellenbetrieb

[15]
TRANSRADIO SenderSystemeBerlin
http://www.broadcast-transradio.com/

[16]
Wikipedia – Media Broadcast
http://de.wikipedia.org/wiki/Media_Broadcast

[17]
www.radioforen.de – Rundfunkleitungen
http://www.radioforen.de/showthread.php?42030-Welche-Bandbreite-hatten-damals-die-Leitungen-der-Deutschen-Post

[18]
Wikipedia – Dachkapazität
http://de.wikipedia.org/wiki/Dachkapazität

[19]
Wie kommt eine Radiowelle in die Luft?
http://members.aon.at/wabweb/radio/antenne1.htm

[20]
Rundfunk-Sendeantennen im Lang-, Mittel- und Kurzwellenbereich
http://members.aon.at/wabweb/radio/antenne2.htm

[21]
MEDIA BROADCAST -> Analoge Hörfunknetze -> Mittel- und Langwelle
http://www.media-broadcast.com/hoerfunk/analoge-hoerfunknetze/mittel-und-langwelle.html

[22]
Broadcast Engineering and Training
http://www.bet.de/Lexikon/Begriffe/75khzleitung.htm

[23]
Wikipedia – Bandbreite
http://de.wikipedia.org/wiki/Bandbreite#Audiotechnik

[24]
Wikipedia – Selbststrahlender Sendemast
http://de.wikipedia.org/wiki/Selbststrahlender_Sendemast

[25]
Wikipedia – Flugsicherheitsbefeuerung
http://de.wikipedia.org/wiki/Flugsicherheitsbefeuerung

[26]
Wikipedia – Pardune
http://de.wikipedia.org/wiki/Pardune_%28Funk%29

[27]
http://www.waniewski.de – Vigra
http://www.waniewski.de/MW/Vigra/id296.htm

[28]
Wikipedia – Mittelwellenrundfunk
http://de.wikipedia.org/wiki/Mittelwellenrundfunk

[29]
http://radioszene.de – Düstere Zukunft: 2015 stirbt die Mittelwelle
http://www.radioszene.de/55530/2015-stirbt-die-mittelwelle.html

[30]
http://www.rettet-unsere-radios.de/10.html
http://www.rettet-unsere-radios.de/10.html

[31]
http://www.deutschlandfunk.de
http://www.deutschlandfunk.de/abschaltung-mittelwelle.2571.de.html

[32]
http://www.deutschlandfunk.de
http://www.deutschlandfunk.de/bedeutung-der-mittelwelle-erfindung-mit-reichweite.761.de.html?dram:article_id=340119

[33]
http://www.dj4ch.de
http://www.dj4ch.de/abschaltung-des-deutschlandfunks-am-31-12-2015.html

 

 

One thought on “Heimatkunde vs. Technik – Deutschlandfunk auf 549 kHz

  • 5. Januar 2016 at 17:04
    Permalink

    Hallo Matthias,

    vielen Dank für diesen SUPER-Beitrag über den Sender Nordkirchen, der ja leider jetzt schweigt. Ich habe selten derartig exakt geschriebene Artikel im Hobbybereich gelesen. Der Beitrag kommt ja schon einer Mini-Dissertation nahe. Genaue Quellenangaben, passende Bildunterschriften etc. Das wäre etwas für den Funkamateur, Funktelegramm oder CQ-DL. Auch Deine Seite ist exzellent!
    Die „synthetische Melodie“ war das Pausenzeichen des „Deutschlandfunks“ (DLF).
    Entnommen wurde es damals aus der Volksweise „Ich hab‘ mich ergeben mit Herz und mit Hand“. Das Pz entspricht der Liedzeile „…dir, Land voll Lieb‘ und Leben…“. Siehe Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=XZ2MMsej2GM
    Wer die letzten 8 Minuten des DLF und des Senders Nordkirchen noch einmal miterleben möchte:
    Hier mein bei Youtube hochgeladenes Video – aufgenommen mit dem PERSEUS SDR
    https://www.youtube.com/watch?v=RD7nUgdYZ9I

    vy73 aus Altenberge

    Christian DJ4CH

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